Fachtagung "Engagement braucht Zeit – Gesellschaft braucht Engagement" | Schader Forum | Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Darmstadt, der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) und der Schader-Stiftung | 21.-22.11.2025, Darmstadt
Vom 21. bis 22. November 2025 fand im Schader-Forum Darmstadt die Tagung „Engagement braucht Zeit – Gesellschaft braucht Engagement“ statt. Veranstaltet wurde sie vom Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Darmstadt, der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) und der Schader-Stiftung. Im Mittelpunkt standen zeitpolitische Fragen rund um zivilgesellschaftliches Engagement.
Prof. Dr. Michael Vilain sprach in seinem Vortrag "Zeit für was? Wer engagiert sich wo, warum und wie lange?" über die Wege, wie sich Zeit für freiwilliges Engagement schaffen lässt und eine gesellschaftliche Teilhabe gelingen kann.
Unter dem Thema “Engagement braucht Zeit – Gesellschaft braucht Engagement” veranstaltete die EHD zusammen mit dem IZGS, der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) und der Schader Stiftung Ende November eine Tagung in den Räumlichkeiten der Schader Stiftung. Etwa 80 Fachleute aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft brachten ihre jeweilige Expertise zusammen. Auch Personen, die sich in verschiedenen Engagement Feldern einbringen, ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, im politischen Gemeinwesen, im Vereinswesen oder einer Elterninitiative, kamen zu Wort und erzählten über Zeitaufwand, Schwierigkeiten, aber auch persönlichen Gewinn dieses Engagements.
In ihrer Begrüßungsrede betonte Dr. Kirsten Mensch von der Schader Stiftung, dass sie sich anfangs unter dem Thema Zeitpolitik nichts habe vorstellen können und daher diese Kooperation auch als einen spannenden Erkenntnisgewinn verbuche. Prof. Dr. Dieterich Henckel, Vorsitzender der DGfZP, konnte erhellend ergänzen, dass es bei der zeitpolitischen Analyse vor allem um die kritische Perspektive gehe, die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für ein stabiles Engagement einzufordern, zumal zivilgesellschaftliches Engagement eine entscheidende Ressource für Gemeinschaft und Zusammenhalt sei. Dieses basiere nicht nur auf einem knappen zeitliches Gut, sondern werde auch unterschiedlich (finanziell) bewertet und stehe mit anderen Bereichen im Wettbewerb.
Auch Prof. Dr. Michael Vilain betonte, wie wichtig das freiwillige Engagement von rund 29 Millionen Menschen in Deutschland sei. „Sie unterstützen die Daseinsvorsorge, stärken die Demokratie, fördern Integration und tragen zu einem lebendigen Gemeinwesen bei. Der Erforschung dieser Zusammenhänge widmet sich das Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS).“ Quantitative Analysen mit Blick auf zeitliche Faktoren im Engagement zeigten jedoch, wie Vilain im späteren Verlauf der Tagung in seinem Vortrag aufwies, dass die Zahl der Engagierten leicht abnimmt und ihr Durchschnittsalter steigt, wobei die Hauptursache für die Aufgabe des Engagements wiederum in zeitlichen Gründen liegt. Das Ehrenamt wandle sich „hin zu einer flexibleren und heterogeneren Struktur, die stärker von der Suche nach Sinnhaftigkeit getragen wird“.
Der Präsident der EHD, Prof. Dr. Uwe Becker, betonte, dass gerade im Sozialsektor das zivilgesellschaftliche Engagement, sei es im Rahmen der Wohnsitzlosenarbeit, der Tafeln, der Altenarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe oder der Flüchtlingshilfe, eine tragende Rolle spiele. Es gebe im Zuge des Fachkräftemangels allerdings eine Tendenz zur De-Professionalisierung. Wir müssten „bei aller positiven Würdigung des zivilgesellschaftlichen Engagements wachsam sein, wenn dieses funktionalisiert wird für die Sparpolitik im Sozialsektor“, was teilweise auch der Tatsache geschuldet sei, dass die Arbeitsbedingungen, zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe, derart prekär schlecht bezahlt, befristet und unattraktiv sind, dass die wenigen offenen Stellen nicht besetzt werden.
Mit diesen Voten war ein Auftakt gesetzt, der zeigte, wie vielschichtig und teilweise noch unerforscht das Thema ist, was durch zahlreiche Vorträge und Beiträge in anderen Formaten bestätigt wurde. Es war gut, sich Zeit zu nehmen, um über die Zeit des Engagements intensiver nachzudenken und zu diskutieren.









































