Die digitale Transformation der Sozialwirtschaft: Erscheinungsformen und Verbreitung digitaler Technologien

Arbeitskreis Dienstleistungen | Friedrich-Ebert-Stiftung und ver.di | 28.08.19, Berlin 

Die Sozialwirtschaft umfasst ein weites Spektrum an Dienstleistungen: von der Schwangerschafts-, Sucht- und Schuldnerberatung, über Unterstützungsangeboten für Behinderte, die Kinder- und Jugendhilfe bis zur Pflege. In diesem Teil der Wirtschaft agieren Organisationen der freien Wohlfahrtspflege, öffentliche und gewerbliche Träger gleichberechtigt nebeneinander. Im Zentrum allen sozialwirtschaftlichen Handelns stehen jedoch Leistungen, die für und mit Menschen und zum Nutzen der Gesellschaft erbracht werden. Die Sozialwirtschaft adressiert also nicht nur die ökonomische, sondern immer auch die soziale Dimension.

Die digitale Transformation stellt an die Geschäftsmodelle und Organisationen der Sozial-wirtschaft große Anforderungen. Dies gilt insbesondere mit Blick auf den Kern der Dienstleistung, die Interaktionsarbeit. Die Anwendung von Künstlicher Intelligenz eröffnet hier einen Entwicklungssprung, der unmittelbar in Leistungen und Prozesse der Sozialwirtschaft hineinwirkt.

Lösungen aus anderen Sektoren lassen sich jedoch oft nicht linear auf die Sozialwirtschaft übertragen. Denn wenn es um die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen in der Sozialwirtschaft, um neue Wege der Kundenansprache und Kundenbindung oder die IT-unterstützte Interaktion zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern geht, dürfen die Gesetzmäßigkeiten sozialwirtschaftlichen Handelns nicht aus dem Auge verloren werden. Der "Kunde" ist hier Klient und Hilfeberechtigter.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, was die digitale Transformation für diejenigen bedeutet, die in der Sozialwirtschaft arbeiten. Die Herausforderung qualitativ hochwertige soziale Dienstleistungen mit Guter Arbeit zu verbinden, wird bisher wenig thematisiert. Umso wichtiger ist es, die Perspektiven und Notwendigkeiten der digitalen Transformation der Sozialwirtschaft zeitnah mit Trägern, Politik, Wissenschaft und Sozialpartnern zu diskutieren. Mit ihrer Reihe „Digitale Transformation der Sozialwirtschaft“ möchte der Arbeitskreis Dienstleistungen einen Beitrag zu dieser Diskussion leisten. Ziel des ersten Fachgesprächs ist es, den aktuellen Stand der Digitalisierung in der Sozialwirtschaft zu analysieren und gemeinsam Handlungsimpulse im Sinne einer Strategie "Gute Dienstleistungen - Gute Arbeit" zu entwickeln. Impulsgeber wird Prof. Dr. Michael Vilain (IZGS der EHD) mit seinem Vortrag „Die digitale Transformation der Sozialwirtschaft: Erscheinungsformen und Verbreitung digitaler Technologien“ sein.